
Ein Alternativvorschlag: Schweizer Autobahn miteinbeziehen, Rheinbrücke bei Sisseln, öffentlicher Nahverkehr
Mit dem Bau der A98 soll für den überregionalen Verkehr eine West-Ost Verbindung geschaffen werden, damit insbesondere die LKWs aus den Ortschaften am Hochrhein verschwinden.
Übersehen wird dabei, dass auf der Schweizer Seite bereits eine Autobahn existiert, die bei Rheinfelden an die Autobahnen Richtung Basel und Lörrach angebunden ist.
Es fehlt nur noch eine Brücke über den Rhein, um sie zwischen Bad Säckingen und Murg an den schon bestehenden Autobahnabschnitt Richtung Osten anzuschließen und so die gewünschte Umfahrung zu schaffen.
Genau diese Brücke aber ist von der Schweiz bereits angedacht: der Regierungsrat Aargau bereis 500.000 Franken für eine vertiefte Überprüfung des Bauvorhabens genehmigt¹.
Hintergrund ist die geplante Industrieansiedlung im Sissler Feld, die auch eine Anbindung an die Deutsche Seite bekommen soll.
¹ https://www.nfz.ch/neue-rheinbruecke-bei-sisseln-wird-konkret-geprueft
Mit dieser veränderten Ausgangslage ist der Bau einer zusätzlich Autobahn weder nötig noch sinnvoll, denn es kann eine vollständige Umfahrung geben und zugleich das Rheinufer, die Wehramündung sowie die Wälder auf dem Dinkelberg und Hotzenwald als Natur- und Erholungsraum erhalten bleiben!
Unser Alternativvorschlag – weil mit jeglicher Autobahnlösung jedoch nur der überregionale Verkehr aus den Ortschaften verschwindet, braucht es zusätzlich einen zuverlässigen Öffentlichen Nahverkehr, um in der Region eine echte Alternative zum Auto zu schaffen.

Bedeutung des Verkehrsgutachten
Hier zusammengefasst das von der DEGES in Auftrag gegebene Gutachten mit den Verkehrsprognosen zum Autobahnabschnitt 6.
Darin wird deutlich, dass viele Menschen ein idealisiertes Bild von der Autobahn haben, das wenig mit der Realität übereinstimmt, weil nicht einmal die DEGES selbst davon ausgeht, dass der Bau der A98 zu einer spürbaren Verkehrsentlastung führen wird.
Weil es viele Seiten zum sich durcharbeiten sind, hier eine kurze (sehr technische) Erklärung zu den verschiedenen Vergleichsfällen, was das konkret bedeutet am Beispiel des B34-Abschnitt zwischen Wehr und Bad Säckingen und das Fazit das wir daraus ziehen:
– Der Analysefall (A0) beschreibt das innerhalb eines Tages gemessene Verkehrsaufkommen.
– Der Prognosenullfall (P0 mit verschiedenen Varianten) beschreibt das für 2040 prognostizierte Verkehrsaufkommen, wenn der Abschnitt NICHT gebaut wird.
– Der Planfall (PF ebenfalls in verschiedenen Varianten) beschreibt das für 2040 prognostizierte Verkehrsaufkommen, wenn der Abschnitt gebaut wird.
-> Davon ist der favorisierte Hauptplanfall PF P1T.2 (Talvariante, doppelspurig).
Für jeden dieser Fälle gibt es eine Tabelle in der das gemessene bzw. prognostizierte Verkehrsaufkommen für einzelne Strassenabschnitte aufgelistet wird.
Für den Abschnitt B34 Wehr – Bad Säckingen ergibt das:
Gemessen: 22.900 Autos, davon 2.000 LKW
Prognose ohne Bau: 30.600 Autos, davon 2.800 LKW
Prognose mit Bau 22.600 Autos, davon 1.200 LKW
Die Anzahl der LKWs soll gegen heute also immerhin zurückgehen, aber 1.200 statt 2.000 LKWs pro Tag ist trotzdem weit entfernt von dem Versprechen, dass die LKWs bald ALLE aus den Ortschaften verschwinden.
22.600 Autos pro Tag in Zukunft anstelle der heutigen 22.900 Autos pro Tag ist ein schlechter Witz.
Der Bau der Autobahn soll nicht für Entlastung sorgen, sondern zukünftigen Mehrverkehr abfedern, insbesondere den Verkehr der von der schweizer Autobahn sich verlagert.
Dass dieser Mehrverkehr ensteht ist allerdings genau das Resultat einer auto- und autobahnzentrierter Verkehrsplanung, die lieber hunderte Millionen € in den Bau einer neuen Autobahn steckt, (allein für den Abschnitt 6 laut Deges 410 Mio€, also am Ende vermutlich deutlich mehr) als Alternativen auch nur in Betracht zu ziehen.
Für uns ist die spannende Frage also: Wie schaffen wir es, die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass der vorhergesagte Mehrverkehr erst gar nicht entsteht? Auf welche Weise kann viel mehr Menschen in der Region der Umstieg aufs Fahrrad, Bus und Bahn ermöglicht werden? Wie kriegen wir den Güterverkehr zurück auf die Schiene? Schaffen wir es die Ortskerne wiederzubeleben, damit man z.B. fürs einkaufen gehen nicht erst ins außerhalb gelegene Shopping-Center fahren muss?
Es gibt keine perfekte Lösung, aber es gibt viele Ideen und Konzepte die zu einer guten Lösung beitragen können. Und diese Konzepte gilt es zu entwickeln und zu verfolgen, um eine spürbare Verkehrsentlastung zu erreichen. Denn die A98 wird das nicht – das behaupten nicht einmal ihre Planer.
Und jetzt?
Klar ist, wir stehen erst am Anfang eines langen Prozess, aber wir sind uns sicher, dass wir gemeinsam erfolgreich sein können.
Dafür brauchen wir aber die Unterstützung und Ideen von möglichst vielen Menschen. Kommt gerne zu einem Trassenspaziergang oder schreibt uns eine Mail an fff.badsaeckingen@proton.me